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Mut und sonstige nützlichen Dinge…

Wie mutig sind Sie? Ich in gewissen Dingen nicht besonders.

Vor allem, wenn es darum geht Gefühle oder Emotionen einzugestehen.

Mit dem Mut ist es so eine Sache. Was ist wenn’s daneben geht? Jeder von uns kennt das aus Kindestagen. Wir haben uns etwas vorgenommen, z.B. endlich vom Baum zu springen und nicht über die Leiter herunterklettern. Dann kommts doch anders. Irgendetwas geht schief und es wird doch wieder nur die Leiter. Ab diesem Zeitpunkt probieren wir es nicht mehr wirklich. Der Spott der Freunde ging ja noch, auch wenn er nicht angenehm ist aber das gibt’s noch die kleine, leise aber unaufhörlich quatschende innere Stimme: „Wieder mal nicht hingehauen, wird wohl doch an dir liegen, wie halt Alle immer sagen.“

Dieser Stimme beginnen wir zu glauben. Daher kommen dann viele sogenannte Glaubessätze wie: „Ich kann nicht Skifahren.“. oder: „Ich probier’s mal gar nicht mit Partnerschaft, weil ich es immer schaffe alles in die Brüche gehen zu lassen.“

Ein Beispiel aus der Praxis einer bekannten Therapeutin:

Zu Ihr kam immer ein recht gutaussehender, gutsituierter Herr und machte so eine Art Supervision. Er hatte einen Job, der ihn nicht ganz ausfüllte aber trotzdem körperlich anstrengend war. So kam es, dass er sehr selten ausging und auch wenig Freunde hatte. Er schob das immer auf seine Dienste, er machte Schichtwechseldienst, und auf seinen Hund. Wenn er mal etwas Zeit hatte ging er stundenweise mit dem Hund spazieren. Daher, so seine Erklärung, konnte er keine Partnerschaft eingehen. Obwohl, ab und zu wäre es schon fein irgendjemand zu haben, mit dem man etwas teilen könnte oder an die man sich einfach anlehnen könnte.

Wie die Kollegin erfragen konnte, hatte er einige Beziehungen, meist mit Frauen, die in einer Beziehung waren und sich dann halt doch nicht trennten. Daher war er der Meinung, Beziehung auf längere Zeit ist eine Utopie, zumindestends für ihn.

Eine kurze Zwischenfrage: „Ist es nicht auch eine Art von „Feigheit“ sich immer gebundene Partner auszuwählen? Ich weiß schon, wo die Liebe hinfällt…. aber kann das nicht auch ein Schutz sein, bei dieser Art von Partner ist die Gefahr nicht so groß, doch einmal voll in die Verantwortung gehen zu müssen und sich zu 100% für einen Menschen entscheiden zu müssen.

Wie ging es weiter?

Der Klient der Kollegin sah ein, dass es ihn nicht besonders glücklich machte, dass er immer wieder „versagte“ in Bezug auf die doch sehr ersehnte Partnerschaft. Er beschloss ohne Frau, nur mit seinem Hund zu leben. Ab und zu ging er mit einer Verflossenen aus oder hatte kürzere Beziehungen um den Kontakt zum anderen Geschlecht nicht zu verlieren. Doch dann kam es wie oft:

Er traf durch Zufall (wenn es ihn gibt) eine „alte“ Bekannte, mit der war er vor fast 20 Jahren mal für ein paar Monate zusammen, damals war sie aber liiert. Sie verließ ihn damals zu Gunsten ihres Ehemannes. Wie üblich tat’s kurz weh und das war’s.

Aber jetzt stand Sie wieder da. Diesmal war er frei und Sie wieder einmal in einer Beziehung. Sie plauderten kurz und verabschiedeten sich. In den nächsten Monaten erfuhr er, dass es ihr nicht so gut geht. Weder in der Beziehung noch gesundheitlich. Knapp vor Urlaubsbeginn war’s dann soweit. Sie rief ihn an und erklärte ihm, dass ihre Beziehung beendet war. Ihr Partner hatte sie mehrmals betrogen und hatte sogar ein Kind bei einer anderen Frau.

Ab diesem Zeitpunkt hörten sie sich öfters. Er war sich nicht sicher, suchte Sie nur Trost und jemand, der ihr Recht gab. Einmal beim Ausgehen sagte sie ihm sogar, dass sie ihn liebe, aber schon damals vor 20 Jahren, nicht mutig genug war die Konsequenzen zu ziehen. Jetzt wurde ihm etwas mulmig. War das so etwas wie eine Anmache? Da schob er gleich einen Riegel vor. Er erklärte ihr, warum er wegen dies und jenem und natürlich wegen dem Hund gar keine Zeit hätte für eine Beziehung.

Er besuchte sie immer wieder, half ihr bei verschiedensten, alltäglichen Dingen, verbrachte mit Ihr so eine Art Alltag, wenn es nicht „zu eng“ wurde ansonsten konnte er ja immer noch Geschäftigkeit „vortäuschen“ so nach dem Slogan einer bekannten Baumarktkette :“ Es gibt immer was zu tun.“.

Aber ganz so war’s ja nicht. Er saß jetzt immer öfter allein zu Hause, mit Hund, und sehnte sich danach, dass Sie doch hier wäre.

Was passiert hier?

Hier passiert das, was man Glaubenssätze nennt. Irgendwo hat man diese mal aufgeschnappt. Meistens in einem emotional intensiven Moment. So wie bei de Klienten hier. Irgendwann hat Irgendjemand einmal gesagt, dass er keine Beziehung führen kann und er hat es brav jedes Mal bewiesen.

Aber es konnte nicht anders kommen. Er machte ja jedes Mal genau dasselbe. Wie Watzlawick sinngemäß sagt:“ Immer mehr vom selben Elend, das kenn ich schon.“

Meine Kollegin ist diesmal aber zuversichtlich, Glaubenssätze kann man sehr gut auflösen, vielleicht schafft er die Kurve und hat den Mut etwas Neues einzugehen.

Da passt dann mein Wahlspruch:

Und plötzlich weißt du,
es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

Es schaut ganz gut aus….

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben.

Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

ältere Blogeinträge im Beziehungsblog in der Onlineausgabe der Tirolerin:

http://www.tirolerin.at/blog/beziehungs-blog-24911/