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Heute ist ein Twinni Tag

Hallo. Kennt Ihr das auch noch? Es gab in meiner Kindheit so ganz besondere Tage. Man konnte es nicht immer ganz erklären, es passierte ab und zu auch einfach so ohne erkennbaren Grund. Aber es war immer ein grandioses Gefühl.

An diesen Tagen spendierte man sich, ob mit oder ohne erkennbaren Grund, ein Twinni. Das ist das Eis der Firma Eskimo mit den zwei Stielen. Mit der Orange und der Birne Seite. Das brach man dann, wie es sich gehörte in der Verpackung auseinander, holte sich zuerst die Orange Seite raus, vertilgte die Schokolade (Kokosfettglasur) und aß dann den ersten Teil. Dann holte man sich den leicht angetauten Birne Teil heraus und ließ sich den schmecken. Das waren ganz besondere Momente in meiner Kindheit.

Gibt es diese Momente nicht auch noch heute? Zelebriert man sie dann auch noch oder versinken sie im Getümmel des Alltags? Warum feiern wir besondere Erfolge oder auch andere erfreuliche Dinge nicht mehr wie früher? Jetzt werden ein paar einwenden, dass ist wieder der Blödsinn mit positiv denken. Ja das ist es, aber es ist kein Blödsinn. Es geht hier nicht darum, dass ich mir eine Situation „schönrede“. Es geht darum, schöne Momente zu erkennen und zu würdigen.

Irgendwann zwischen Jugend und jetzt hab ich die Fähigkeit verloren, errungene Siege, oder auch mir geschenkte, schöne Momente zu erkennen und zu feiern. Diese Fähigkeit verlor ich zwischen Babyfläschchen, Wohnungsrückzahlungen, Forderungen im Job usw. Ich glaubte damals, ich hätte keine so grandiosen Gefühle mehr. Eine Ausnahme war die Geburt meines Sohnes, da kam das Gefühl wieder kurz hoch. Aber sonst…

Es lief halt so, nicht schlecht, aber auch nicht so außergewöhnlich. Dachte ich halt damals. Dann kamen die Probleme in der Ehe, dann die Diagnose Krebs und die Scheidung. Jetzt war Alles weg, worauf ich stolz war und es kam noch lustiger. Atemprobleme und nochmals Krebs. Da dachte ich, so jetzt aber, schlimmer geht’s nimmer. Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es kam jetzt das Schlimmste, dass ich mir vorstellen konnte. Ich war nicht mehr fähig vor die Tür zu gehen. Ich, der es so liebte mit anderen zu diskutieren und, wie man in Tirol sagte zu „ratschen“. Ich der beruflich sehr aktiv war, bei jedem größeren Event dabei war und der es genoss gebraucht zu werden. Ich der andere beriet, wie sie mit ihrem Leben zurechtkommen konnten. Jetzt war ich auf mich zurückgeworfen. Ich und ich war die Devise. Ab und zu Besuch aber das war’s. Dachte ich zumindestends. Da waren keine „Twinnitage“ mehr. Doch das stimmte nicht. Meine Familie und meine Freunde ließen mich nie fallen, sie haben mich auch nie vergessen. Bis heute nicht.

Gestern war der erste Tag ohne zusätzlichen Sauerstoff seit eineinhalb Jahren für mich. Heute kommt mich mein Sohn besuchen und nimmt eine Neunerpackung Twinni mit, denn es gibt sie, diese grandiosen Tage und es gab sie immer, man darf nur nicht verlernen sie zu sehen…

Ps.: Ich nehme zur Kenntnis, dass es Menschen gibt, die zuerst das Grüne essen.

Ich versuchen Sie zu verstehen….

Erklärung:

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ältere Blogeinträge im Beziehungsblog in der Onlineausgabe der Tirolerin:

http://www.tirolerin.at/blog/beziehungs-blog-24911/